Eine hügelige Sache: Kroatien (20. – 26. März 2016)

Die Weite in Kroatien beeindruckte uns. Durch bewaldete Landschaften ging es parallel zur slowenischen Grenze südostwärts. Kaum fuhren wir etwas bergab, mussten wir die eben verlorenen Meter wieder hoch strampeln. Dabei entdeckten wir unzählige tiefe und breite Mulden. Oftmals wurde deren flacher Grund als Acker verwendet. Wir spekulierten über die Entstehung und weshalb genau dort Landwirtschaft betrieben wird: Vielleicht sammelt sich das Wasser im trockenen Sommer am Dolinenboden?

Zur Hafenstadt Rijeka kamen wir auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz. In Kraljevica wurden wir fündig. Auf dem Zettel in der Reception stand zwar closed, jedoch hing auch eine Jacke über dem Bürostuhl und Kinder tummelten sich auf dem Spielplatz. Die Wohnwagen standen allerdings etwas einsam auf ihren Stellplätzen. Und das Laub in der Dusche bestätigte unsere leise Vorahnung: der Campingplatz befand sich noch im Winterschlaf. Aber nun waren wir halt da, auf einem Zeltplatz mit lauter freien Erstklass-Plätzen direkt am Meer, zu sehr günstigen Konditionen… 😉

In der Nacht begann der Regen, welcher uns auch am Folgetag begleiten sollte. Steil und steiler schlängelte sich die Strasse den Berg hoch. Und wer noch nicht von aussen nass wurde, wurde es nun sicher von innen! Nach einer gefühlten Unendlichkeit erklommen wir die 900hm und erreichten Fužine. Der eben eingetroffene Touristenbus aus Italien füllte die gemütliche Dorfbeiz und so wärmten wir uns halt im Hotelrestaurant am Kaminfeuer. Eine deftige Mahlzeit später absolvierten wir die restliche Steigung nach Delnice. Unterkühlt entschieden wir uns für eine Nacht im Appartment Gale.

Die Besitzerin – eine deutsch-sprechende, kroatische Mama – empfing uns herzlich und uns wurde schnell klar: Wir brauchen eine Pause! So verbrachten wir einen zusätzlichen Tag in Delnice mit Ausschlafen, Faulenzen und Nichtstun.

Am 23. März gings erholt weiter. Ziel: Plitvicer-Seen. Bevor wir überhaupt losfuhren sank die Moral jedoch, denn es hatte zu schneien begonnen. Wir brachen trotzdem auf. Schneebelegte Strassen und eisige Kälte bremsten dann auch unser Vorwärtskommen. Erst am Abend konnten wir den Winter und das Wetter hinter uns lassen.

Am kommenden Tag versperrten bald Trassierbänder und Minenschilder den Wald- und Wiesenzugang. Wir fuhren ewige Zeit diesem rund 10x30km grossen Gebiet entlang. Hausruinen säumten die Strasse und wir passierten duzende Dörfer, die wärend des Kroatienrieges (1991 – 1995) fast komplett zerstört und verlassen wurden. Einzig einige neu gebaute Häuser – meist direkt neben den alten – erweckten den Eindruck, dass hier Menschen leben. Mit diesen eindrücklichen Kriegsrelikten im Kopf, erreichten wir am Abend den Camping in der Nähe der Plitvicer-Seen.

Schon lange freuten wir uns auf den Besuch des Plitvicer-See-Nationalparks. Auf Holzstegen wanderten wir an hunderten kleinen und grossen Wasserfällen vorbei, die in Wasserbecken (Travertin-Barrieren) plätscherten. Ganz so intensiv wie auf den Bildern im Internet, war die Farbe der Seen zwar nicht, aber trotzdem waren wir beeindruckt, was die Natur hier zu Stande gebracht hat. Wir genossen den Tag in der Natur sehr und kehrten abends müde auf den Campingplatz zurück.

Heute wollen wir Kroatien verlassen und fahren auf Naturstrassen zur kroatisch-bosnischen Grenze. Plötzlich kommt uns ein Polizeiauto entgegen und hält an. Der Polizist will wissen, wohin es geht und klärt uns auf, dass die von uns angesteuerte Grenze geschlossen sei. Es gebe ca. 15km nördlich eine, wo wir eventuell passieren können, oder dann sicher ca. 45km weiter nördlich an der internationalen Grenze. Wir plaudern noch etwas über unsere Hobbies, bevor wir uns zum nächsten Grenzübergang aufmachen. Der Schotterweg führt uns wieder an Minenfeldern und verlassenen Dörfern vorbei. Hier und da scheint angesichts der Minenräumungsmaschinen am Strassenrand, die Säuberung in Gang zu sein. Ein Bauer lässt seine Schafe auf einer abgesperrten Wiese weiden. Auch dies eine Möglichkeit herauszufinden, ob die Gegend minenfrei ist…
Beim nächsten Grenzübergang angekommen, will uns der kroatische Beamte dann nicht ausreisen lassen. Dies sei nur eine Grenze für Bosnier und Kroaten und daher würde uns der bosnische Grenzwächter nicht einreisen lassen…  Wir drehen etwas müde um, um die dritte Möglichkeit anzufahren. Und endlich will es mit unserer Grenzüberquerung klappen!

2 thoughts on “Eine hügelige Sache: Kroatien (20. – 26. März 2016)”

  1. Liebe Velöler
    Das klingt alles super, vielen Dank für eure interessanten Berichte (ein Aufsteller im öden Insti-Alltag :P)! An den Plitvicer-Seen (und auch auf dem Campingplatz dort) und in Bosnien waren Marina und ich ja auch mal, da ruft ihr gleich einige Erinnerungen wach ;). Ich wünsche euch weiterhin gutes, erlebnisreiches und zwischenfallarmes Strampeln!
    Liebe Grüsse
    Dani

    1. Liebe Dani

      Super,können wir dich hin und wieder in eine andere Welt entführen! 🙂 Hoffentlich kommst du dazwischen gut voran!

      Vielen Dank! Machs gut und liebe Grüsse von uns 2 🙂

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